Hoppla, die Millionen sind wieder da!

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Dramatisierung geglückt, Auftrag erledigt! Erfolgreiches Start-up-Vorbild aus dem badischen Offenburg: 100.000 € und mehr im Jahr mit ein paar Excel-Tabellen sind eine echte Erfolgsgeschichte. Vielleicht ein Tip für die Langzeitsarbeitslosigkeits-ich-mach-mich-jetzt selbständig-Programme?

// Achtung: Satire! // Ungefähr 40 Millionen waren weg. Jetzt sind sie wieder da, bis auf ein oder zwei, angeblich. Die werden soeben noch gesucht. Keiner fragt: Ja wo waren sie denn? Außer uns natürlich. Rückblick.

Erinnern Sie sich noch an den Herrn Brodbeck? Der heißt so, weil er öffentliche Mittel so schnell einsackt wie der Bäcker Nagel sein Brot bäckt. In Arnstadt zum Beispiel 34.000 € in ein paar Tagen. Ein echtes Start-up, fehlt nur noch der Innovationspreis des Bundeswirtschaftsministers. Denn wie der das macht ist schon toll: Er reist er durch Thüringen und erzeugt Panik mit Excel-Tabellen.

In diesen Tabellen benutzt er die Summen-Funktion, um meist zweistellige Millionenbeträge aufzulisten, die die jeweilige Kommune über die nächsten Jahre nicht bezahlen kann. Dann macht er eine zweite Spalte, was alles gestrichen werden soll, meist alles mit F wie freiwillige Leistung oder K wie Kultur. So geschehen in Eisenach, Nordhausen, Weimar Land, Arnstadt oder im Unstrut-Hainich-Kreis. Das Gute an dieser Unternehmensgründung: Man muss keine Hintergründe kennen und mit den Betroffenen auch nicht reden, das funktioniert im Stadt-Kämmerlein!

Ein Defizit von rund 40 Millionen hatte der Herr Brodbeck zusammen mit dem Bürgermeister errechnet, mama mia! Und die ganze Stadt zerriss sich das Hemd und schrie: „Was haben wir nur falsch gemacht?!“ und „So kann es nicht weitergehen!“ Die Klatschreporter von der TA rieben sich die Hände vor Begeisterung und schrieben hämisch:

„Seit Montagabend dürfte auch dem letzten Politoptimisten im Stadtrat klar geworden sein, dass hier nichts mehr gut geht. Wenn der vom Land bezahlte Berater für die Erstellung des Haushaltssicherungskonzeptes schon jetzt kein Land sieht, braucht man sich nichts mehr vorzumachen. Künftig regiert hier der Rotstift, die Einschnitte werden durch Amputationen ersetzt werden müssen.“ (TA vom 14.10.2015)

Unendliche sechs Monate später: Logbuch Raumschiff Arnstadt, Sternzeit 01.04.2016/12:00uZ. Die Passage des sog. Dillschen Nebels im Sternbild des Chamäleons ist abgeschlossen. Meldung zur Finanzlage der Stadt Arnstadt. Es ergeht folgender Eintrag:

Die Stadt Arnstadt hat einen Überschuss im Verwaltungshaushalt von vier Millionen € bis 2025. Je nach eventuell zu tätigenden Investitionen und Tilgungsleistungen im Vermögenshaushalt könnten noch 1-2 Millionen abgängig sein. Es ist alles im Grünen Bereich. Ein ausgeglichener Haushaltentwurf für 2016 ist in Vorbereitung. Die berühmte Erhöhung des Kassenkredits auf 9 Mio. Euro, mit der alles anfing (wir ersparen dir, lieber Leser, diese Leier nochmal rauszuholen, du kannst sie in den Tiefen dieses Blogs nachlesen) wurde sowieso nie benötigt. Die Gewerbesteuern und Gewinne der Stadtwerke sind nicht wie prognostiziert eingebrochen, eine Abschaffung der Stadtmarketing Arnstadt wäre nicht zwangsläufig gewesen. Eintrag Ende.

Und jetzt?

Wie drücken es die werten Kollegen von der TA doch immer so schön aus:
Es ist jetzt wichtig, dass alle zusammenstehen und nach vorne gucken.

Richtig, bloß nicht zurückblicken. Was interessiert uns unser Geschwätz von gestern?

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